1, 2, 3, …Kunst?

Das Leben birgt viele Überraschungen. Wolken, die wie Kaninchen aussehen, sind da kein an den Haaren herbeigezogenes Beispiel. Wenn man den Schlesinger, alias Dr Oetker, alias Gummilippe, alias Teigschaber, verwendet, um den letzten Rest Pfannkuchenrohmasse aus der Schüssel in die Pfanne – sic Resthitze – zu applizieren, hat man wenig Muße sich der Formgestaltung zu widmen. Umso schöner wenn sich diese dann so trefflich ergibt:

Fisch, Pfannkuchen in Edelstahl auf Holz, Andreas Eismann

Verhandungen

Die menschliche Hand hat eine erstaunliche Anatomie. Aber auch ohne ein Anatomiebuch gelesen zu haben, sind einige Dinge bei der Konstruktion wissenswert.

Diese erste Hand verletzt einige Dinge, die direkt auffallen. Beim ersten Gelenk hat die Hilfslinie noch in etwa die richtige Biegung. Diese müsste sich bei den höheren Gelenken in etwa in derselben Form erhalten.

Der Zeigefinger sticht als viel zu lang heraus. Der kleine Finger wurde in der Malwut gar nicht mehr ausgeführt.

Almosenstudie, Kreide und Tusche auf Bamboo

Bei der nun folgenden Hand stimmen die Hilfslinien für die Finger schon eher. Das Vorbild aber – die Hand des Zeichners – hat einen Handteller, der länger ist als der längste Finger. Daher passt sie nicht ganz zum Vorbild. Auch weist der Winkel des Zeigefingers einen nicht natürlichen Winkel auf und das oberste Daumensegment ist zu lang wie auch der ganze Daumen.

Almosenstudie 2, Tusche und Kreide auf Bamboo

Das Volumen entsteht aus der Illumination.

Fakt

Bei der nächsten Almosenstudie ist der Handteller durch die Licht- und Linienführung nicht tief genug ausgeprägt worden.

Almosenstudie, Tusche und Kreide auf Bamboo

„Schaut mal, da vorne links!“, möchte uns diese Hand mitteilen. Der Daumen und sein Kapselgelenk sind leider verschwinden gering ausgeführt und geben nicht die wirklichen Proportionen wieder.

Links entlang, Tusche und Kreide auf Bamboo

Der „Leisefuchs“ bedeutet den Kindern im Kindergarten die Ruhe, ohne „Ruhe“ zu brüllen. Die Finger wirken angeflanscht. Jedoch trifft diese Hand das Model nachgerade am besten.

Leisefuchs, Tusche und Kreide auf Bamboo

Hände sind und bleiben neben Gesichtern die am meisten Charakter transportierenden Bildelemente der Figuren, die sich nicht wehren können, auf die Leinwand gebannt zu werden. Selbst das Recht am eigenen Bild scheint bei diesen „künstlerischen“ Darstellungen verwaschen. Setze dich mit der Kamera in die U-Bahn und es wird Klagen hageln. Wenn jedoch die Transformation durch die Augen und das Gehirn auf die Hand des Kunstschaffenden erfolgt ist, bleibt vom Fotorealismus nicht viel übrig. Schwierig.

Output

Meine Geschichte der Wasserfarbe ist eine Geschichte voller Missverständnisse.

Gerade im Winter verspürt man manchmal die Sehnsucht, dem Frühling ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Daher hier schon mal etwas grün und ein paar Blüten.

Hommage an „Rob Boss“ – Wasserfarbe auf Billigpapier 50gr

Wasserfarbe deckt nicht. Und deckt sich nicht mit Öl. Wenn man also einem Baum einen „Freund“ schenken möchte, muss vorher bereits im geistigen Auge das Oberstübchen schon aufgeräumt haben, damit die Ebene stimmt.

Malt man jetzt also von vorne nach hinten, oder von hinten nach vorne? Wenn man von hinten nach vorne malt, sollte man vorher alles trocknen lassen, sonst sieht es nachher so aus:

Selbstbild des Künstlers, Wasserfarbe

Vor allem am Hut erkennt man die Diskrepanz zwischen Licht und Farbe! Auch das Füllen aller noch Weißen Flecken mit Grün ist eine Technik, die man in Künstlerforen zur Diskussion stellen sollte.

Der Halt des Gewollten kann oft ungewollt ribbeln.

Shaun – das Schaf in „EINE aNTOLOGIE“

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Hat der Soutanenträger etwa ein Auge in der Piratmüde gesehen? Wasserfarbe gefüllt

Trotz der sengenden Sonne findet der Soutanenträger die Kraft, den Arm zu recken und macht uns als Betrachter aufmerksam, ja – nachgerade nachdenklich- denn, was sollte er uns die Spitze der Pyramide weisen, wenn dort nicht ungewöhnliches sich abspielte. Vielleicht zeicht er gar an der Pyramide vorbei und peilt einen Punkt am Himmel an, gleich der Himmelserscheinung, der Supernova-Explosion im Jahre 54 v. Chr. der nachgesagt wird, den Stern von Bethlehem aus der Nicht-Existenz verholfen zu haben.

Verlassen wir nun diesen ungastlichen und fragwürdigen Ort und widmen uns wieder den heimischen Gefilden. Die Dramatik einer sturmgebückten Krüppelfichte, die schönen moosbewachsenen Steine, die rauhe ungezähmte Natur. Das alles wird man im Allgäu nicht finden. Dröge und aufgeräumt reiht sich eine landwirtschaftliche Nutzfläche an die nächste bis hin zu den Bergen, die gänzlich unbekront, sondern vollbewaldet den Stumpfsinn der vollständig bewirtschafteten Fläche fortsetzen, um bis auf maximale Vegetationshöhe eine forstwirtschaftliche Fläche anschliessen zu lassen. Sollte ein „Gipfel“ mal die Baumhöhe durchbrechen, wird notwendigerweise eine Viehbewirtschaftung angelegt, so dass nicht nur die Viecher, sondern auch die heilige Kuh des Allgäus, nämlich der Tourist, hier an Gras, Milch und Wasser laben können. Und da alles vollbewirtschaftet ist, natürlich auch am Bier.

Hommage an Bob Ross, Wasserfarbe auf dünnem Papier, Passepartout

Welche Farbe haben Berge? Aus welcher Richtung scheint die Sonne? Man braucht die Situation, die man gerne tatsächlich gerade durchleben würde, nämlich mit einem Staffelei am Bergsee zu sitzen. Aber man hat sie nicht. Daher sind die Berge pinkbraun, weil das gerade am Pinsel klebte. Die grünen Auen sollten eigentlich von links nach rechts durchgehend aufgetragen werden. Am linken Rand sieht man es noch. Aber mit dem Schwamm lässt sich dann doch noch ein wenig Struktur reinbringen. Das hat auch bei den Bergen geklappert. Allerdings zeichte sich bei den Bergen, dass die Farbe nicht so deckend war, wie die des Himmels. Naja, Schwamm drüber!

Zu guter letzt noch eine kaputte Kinderschaukel.

Hommage an Vro https://www.instagram.com/vroika/, Wasserfarbe mit Schwamm und Pinsel